Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V. (VSS)

Grenzen überwinden, über sich selbst hinauswachsen und das Miteinander verstärken – das alles kann man beim Segeln lernen. Der Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V. führt mit Kinder- und Jugendgruppen in Zusammenarbeit mit Heimen, Schulen, Beratungsstellen und Behinderteneinrichtungen Segelfreizeiten auf dem Bodensee durch. Bütema CEO Dirk Frintrop ist es ein persönliches Anliegen, sich für Kinder und Jugendliche einzusetzen, die aus sozial benachteiligten Verhältnissen kommen. Daher wird der Verein von Bütema unterstützt. 

Ein Einblick.

Verein zur Förderung von Jugendlichen e.V.

Die aktuelle Herbstzeit wird laut Chefskipper und Gründungsmitglied Michael Zube dazu genutzt um die Segelschiffe zu restaurieren und wieder flott zu machen. Nach der kurzen Winterpause werden die Segel Ende März zum ersten Mal gesetzt. Bis Ende September dauert die Saison. „Auch im Oktober kann man noch schön segeln“, so Zube. „Teil unserer Freizeiten ist aber die Übernachtung auf dem Klausenhorn Campingplatz in Konstanz. Und der macht zum Herbst dicht.“ Gegründet wurde der Verein 1979. „Als Sozialpädagogik Studenten waren wir ziemlich grün hinter den Ohren und wussten nicht was auf uns zukommt“. Durch einen Freund ist Michael Zube zum Segeln gekommen und geblieben. Wie viele Freizeiten Michael Zube persönlich schon betreut hat, weiß er nicht mehr. „Nach fast 40 Jahren kommt einiges zusammen“. Mehr als 25.000 Teilnehmer aus mehr als 200 Einrichtungen sind aber mittlerweile mit dem Verein gesegelt.

Der Verein richtet sich an eine breite Zielgruppe: Kinder und Jugendliche aus Schulklassen, Inklusionsgruppen, Heimen, sozialen Brennpunkten, mit Vorstrafen. Auch teambildende Ausflüge aus dem Management Bereich sind Mal dabei. Bewusst richtet sich das Angebot auch an Menschen mit Behinderung, die circa 50% der jährlichen Teilnehmer ausmachen. Auch Blinde oder Sehbehinderte sind willkommen. Trotz ihrer Einschränkung können sie mit dem Gesicht oder den nackten Unterarmen den Wind fühlen und die Wölbung der Segel ertasten. Mit Hilfe des Gleichgewichtssinns können sie die Lage des Bootes beurteilen, am Druck des Ruders das Kursverhalten des Schiffes erkennen. 

Nach dem Motto „Alle sitzen in einem Boot“ dient das Segeln wichtigen, gemeinschaftsbildenden Erfahrungen. Das Sozialverhalten auf engem Raum ohne Ausweichmöglichkeit und die gemeinsame Entscheidungsfindung werden dabei trainiert. Oft überwinden Kinder und Jugendliche bei solchen Erfahrungen Ängste und Hemmungen. Für den sozialpädagogischen Aspekt ist für das Team des Segelvereins die Unvoreingenommenheit gegenüber den Teilnehmern wichtig. „Für uns sind Herkunft, Fähigkeiten, körperliche Beeinträchtigungen oder eventuelle Vorstrafen unerheblich“, so Zube. „Natürlich muss man wissen, wenn jemand schwerbehindert ist und spezielle Aufmerksamkeit braucht, aber in der Regel kommen die Teilnehmer als unbeschriebenes Blatt zu uns. Wir lernen Jeden während des Segelns kennen. Man kann Menschen schnell einschätzen und sehen wem man welche Aufgabe auf dem Boot zutrauen kann.“ Langweilig wird dabei niemandem. Beim Segeln gibt es immer etwas zu tun. „Der große Vorteil beim Segeln ist, dass das unterschiedliche Können zweitrangig ist, da jeder eine Aufgabe bekommt, die seinen Fähigkeiten entspricht. Diese besondere Erfahrung für Menschen mit Behinderung hat ein Teilnehmer so formuliert: Jede Hand wird gebraucht – auch meine! Dadurch ergibt sich ein gutes Miteinander. Keiner muss auf den anderen warten, schwächere, langsamere Menschen können genauso einbezogen werden, wie solche denen ansonsten langweilig wäre.“ Gerade eine gemischte Gruppe aus behinderten und nicht behinderten Kindern und Jugendlichen funktioniert daher hervorragend. Die Entwicklung der Gruppenkonstellation zu beobachten ist für Zube besonders spannend. „Die Teilnehmer lernen sich hier in einer ganz neuen Situation kennen. Da ist es natürlich toll zu sehen, wenn einer, der am Rand der Gruppe gestanden hat, seine Außenseiter Position ein wenig verliert, weil er beim Segeln beeindrucken kann.“

 

Weitere Infos zum Verein für sozialpädagogisches Segeln e.V. gibt’s online unter www.vss-ev.de