Der Store von morgen

Eine Frage der Zeit

Eines unserer kostbarsten Güter ist Zeit. Jeder Mensch hat von diesem wertvollen Rohstoff nur eine begrenzte Menge zur Verfügung, und oftmals können wir selbst gar nicht über den freien Einsatz dieses Gutes bestimmen. Jener Teil, der uns zur freien Gestaltung bleibt – nämlich: unsere Freizeit – ist deshalb umso kostbarer.

Die Frage, welche Aktivitäten wir also als wertvoll genug erachten, ihnen auch noch dies eine letzte Stückchen Zeit, über welches wir frei bestimmen können, zu widmen, ist demnach alles andere als trivial.

Warum also sollten wir uns die Schuhe anziehen, das Auto/den Bus/die Bahn/das Rad nehmen und in einen Shop fahren, dessen Warenangebot wir doch mit Sicherheit auch genau so im Internet finden können. Von der Couch aus. Im Schlafanzug. Ohne Schuhe.

Der Store, der um unsere Zeit buhlt, muss also mit einem Angebot aufwarten, das sich so nicht nur im World Wide Web abbilden lässt, sondern noch weit darüber hinausgeht. Denn unsere Ansprüche als Kunden wachsen.

Der Store, der mich liebt

Auch wenn es oberflächlich und etwas abgedroschen klingt: der erste Eindruck zählt. Trotzdem. Immer noch. Innerhalb von Millisekunden wissen wir, ob uns jemand – oder etwas – sympathisch ist. Ob es passt. Selbstredend gilt dies auch für Retail Stores. Wie sich ein Store also schon nach außen hin präsentiert – bevor der potenzielle Kunde überhaupt einen Fuß in die Tür gesetzt hat – erzählt viel über die Zielkundschaft.
Ein beindruckendes Beispiel liefert der ZARA Store in Soho/New York ab, der 3D-Technologie einsetzt und seine Schaufenster kurzerhand in einen psychologischen Ballspielplatz auf Speed verwandelte:

Oder ein Shopping-Center in Jakarta, das seine komplette Außenfassade in LEDs kleidet:

Doch auch das Innenleben muss überzeugen, denn hier wird der Umsatz gemacht. Die Entscheidung, wie viel Platz der Innenarchitekt für schicke Spielereien bekommt, hängt sicher von der Markenaussage und dem Gesamtkonzept ab. Kunden mit Gamifications zur längeren Verweildauer zu bewegen, hat jedoch auch seine Vorteile, die sich letztendlich direkt im Bon-Umsatz niederschlagen können. Denn gelingt mit dem Wow-Effekt gleichzeitig die Markenbindung, ist auch dieses Gut Gold wert.

In Paris hat Nike eines seiner House of Innovation eröffnet, das nicht nur LEDs par excellence einsetzt, sondern auch an vielen verschiedenen Stationen zum Mitmachen, Dableiben und Informieren einlädt:

Nahtlose Shoppingerlebnisse

Bildschirme und Spielchen sind schick und nett, doch gilt es, den initialen Hype um das Neue nachhaltig zu untermauern und die Kunden zum Wiederkommen zu bewegen. Oder noch besser: sie gleich nach Hause zu begleiten. Seamless Shopping ist das Zauberwort der Stunde, das den Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis verspricht. Die gekonnte, intuitive und Mehrwert-stiftende Verknüpfung von Online und Offline. Der Kunde soll und darf hier aus verschiedenen Wegen wählen, wie er seine Ware finden, erhalten und eventuell auch zurückgeben möchte: Click & Collect, Click & Reserve, Ship from Store, Return to Retail, etc. Ganz egal, wo er oder sie das Objekt der Begierde letztendlich gefunden hat, sollte es dem Kunden an jedem Punkt der ‚Reise‘ möglich sein, intuitiv und ohne Hürden das Produkt kaufen zu können. Egal, ob dies während einer Bahnfahrt vom Handy aus, am Desktop-Computer daheim oder eben direkt vor Ort im Retailshop passiert. Der Verkäufer (also der Shop) ist einfach und problemlos auffindbar – offline, wie online.

Neu = nachhaltig

Wird ein komplett neuer Store entwickelt oder kernsaniert, kommt wohl kein Unternehmen mehr um das Thema Nachhaltigkeit herum. Wie man Flächen dafür clever nutzt, zeigt ein REWE Markt in Wiesbaden. Hier werden unter dem Dach Kräuter angebaut, Holz als nachwachsender Rohstoff genutzt, Flächen unversiegelt gelassen und besonders stark auf regionale und unverpackte Produkte geachtet.

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