VON DER LAST ZUR LUST

Zu eng, zu muffig und schlecht ausgeleuchtet – ausgerechnet die Umkleidekabine, der Ort der Kaufentscheidung, wurde vielerorts lange vernachlässigt. Jetzt verwandeln Licht- und Multimedia-Installationen sowie interaktive digitale Elemente Umkleidekabinen in neuartige Serviceräume. Mode anprobieren soll zum Erlebnis werden.

ahlreiche technische Innovationen widmen sich derzeit dem Thema Umkleidekabine. Das war schon auf der letzten EuroShop zu beobachten. Ob Arclite, Cedes, D&L oder Philips – nahezu alle in der Modebranche aktiven Licht-Anbieter präsentierten spezielle Beleuchtungs-Lösung für Umkleidekabinen.

Ein Beispiel ist „Debut“. Hier kombinierte Osram seine dynamische LED-Beleuchtung mit einem intelligenten Mediensystem des Tochterunternehmens Traxon Technologies. In Büros, Restaurants oder am Strand wurden echte Umgebungssituationen gefilmt und die Lichtverhältnisse gemessen. Diese Szenarien ließen sich bei einer ersten Testinstallation in einem Modegeschäft in den USA wieder abrufen, von passender Musik oder Vogelgezwitscher akustisch untermalt. Je nach ausgewähltem Kleidungsstück, ob Abend-Outfit, Business-Anzug oder Bikini, konnten die Kunden ihre gewünschte virtuelle Umgebung wählen und sich im wahrlich rechten Licht betrachten.

Auf der letzten EuroCIS in diesem Frühjahr setzte sich der Trend fort. Hier zählten verschiedenartige digitale Elemente für die Kabinenzone zu den Highlights. Anhand eines fest in der Umkleide installierten RFID-Lesegeräts oder eines Barcode-Scanners erkennen die intelligenten Kabinen-Lösungen die Kleidungsstücke, die zum Anprobieren mitgebracht werden. Touchscreen-Monitore zeigen daraufhin an, welche weiteren Größen und Farben verfügbar sind.

Auch passende Ergänzungen werden vorgeschlagen, inklusive Hinweis, ob diese vorrätig sind, aus einer anderen Filiale oder online bestellt werden können. „alexa ePOS“ heißt ein solches Produkt von Salt Solutions, „Interactive Fitting Room“ die Lösung des Anbieters Bütema, und auch die Unternehmen Phizzard und Apparently Different bieten entsprechende Lösungen an.

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Stichwort Integration: Auf den Ladenbau dürfte künftig mehr und mehr die Aufgabe zukommen, solche IT-Lösungen stimmig im Rahmen eines ganzheitlichen Storedesigns zu berücksichtigen. Dass ein „nackter“ Bildschirm kein Hingucker ist, weiß man auch bei Bütema. Im Ruhezustand spielt der verspiegelte Touchbildschirm des „Interactive Fitting Room“ daher Digital-Signage-Inhalte aus, zum Beispiel Videos oder Produktfotos.

Quelle: stores+shops Heft 3 / 2016

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